Geschichte

Die Vereinsgründung

Eigentlich eher zufällig war die Gründung der Pistolensektion Hoffeld. Im Jahre 1942 schossen erstmals 5 Mitglieder des Militärschützenvereins Hoffeld das Eidg. 50 Meter Bundesprogramm, zusammen mit den Feldschützen Degersheim. Zwei Pistolenschützen erreichten dabei auf Anhieb die Kranzkarte, nämlich Bleisch Hans und Forster Johann.

Ein Jahr später, am 14. August 1943, pilgerten Bleisch Hans, Forster Johann, Bösch Hermann und Grob Paul erneut nach Degersheim und trafen pünktlich wie abgemacht auf dem 50 Meter Schiessplatz Hängelen ein. Dort warteten sie ½ Stunde, 1 Stunde, 1 ½ Stunden..., bis der Geduldsfaden riss. Erbost ging man heim und kaufte gleichentags noch Scheibenbilder. Am selben Abend wurde in Hoffeld ein günstiger Schiessplatz gesucht, welcher schliesslich bei der Post Hoffeld gefunden werden konnte. Sofort wurden Scheibenrahmen, Kellen und eine Ladebank erstellt.

Der 14. August 1943 kann demnach als Gründungsdatum der Pistolensektion des Militärschützenvereins Hoffeld betrachtet werden, wobei die formelle Gründung erst anlässlich der Hauptversammlung vom 25. März 1944 beschlossen wurde. Gründungsmitglieder waren:

-          Bleisch Hans, Hoffeld

-          Bösch Hermann, Hoffeld

-          Grob Paul, Kubelbach

-          Forster Johann, Hoffeld

-          Raschle Ernst, Aachberg

Bereits am 21. August 1943 krachten die ersten Pistolen- und Revolverschüsse bei der Post Hoffeld. Es wurde das erste Bundesprogramm 50 Meter geschossen. Die Waffen erhielten die eifrigen Schützen von Offizieren der Schweizer Armee, aber auch von privater Seite geliehen. Einzig Raschle Ernst, Korporal der Train Truppen, war mit einem Ordonannz-Revolver ausgerüstet.

Anlässlich der Hauptversammlung vom 25. März 1944 im Restaurant Sonnenhof in Hoffeld wurde beschlossen, dass die Pistolensektion Hoffeld eine separate Kasse führt und für ihre Anschaffungen selber aufkommt. Der Jahresbeitrag betrug für Angehörige der 300 Meter Sektion Fr. 2.--, für solche die keiner 300 Meter Sektion angehörten Fr. 3.--! Zudem erhielt jedes Mitglied 60 Patronen im ersten Jahr. Trotz Munitionsmangel wurde fleissig trainiert, in Form von Zielübungen.

Bereits im Jahr 1944 schossen 10 Pistolenschützen der Sektion Hoffeld das Eidg. 50 Meter Bundesprogramm. Auch am Pistolenfeldschiessen im selben Jahr in Degersheim waren 10 Schützen der Sektion Hoffeld am Start. Der Sektionskranz wurde zwar um knapp 5 Punkte verpasst, aber der Anfang war gemacht. An einer ausserordentlichen Hauptversammlung im Juni 1945 wurde die Anschaffung einer eigenen Vereinswaffe beschlossen. In der Folge kamen von allen Himmelsrichtungen Kameraden, welche sich in der Handhabung der Faustfeuerwaffen üben wollten. Die Mitgliederzahl begann stetig zu steigen. 1948 wagte man den Gang ans Kantonalschützenfest in Wil. 15 Pistolenschützen waren dabei und eroberten auf Anhieb den 1. Rang in der 3. Stärkeklasse, von insgesamt 30 Sektionen.

Die Pistolen schossen 29 Jahre hinter der alten Post Hoffeld, ohne dass ein geschriebenes Schiessrecht bestand. Da im Schussfeld Schafe weideten, konnte das Feuer oftmals erst freigegeben werden, nachdem sich kein Tier mehr im Visier befand. Bei grösseren Veranstaltungen mussten die Pistolenschützen das Gelände gar einzäunen. Man war also geduldet, sass aber am kürzeren Hebel. So kam es dann auch, dass man sich nach einer neuen Lösung umsehen musste.

 

Die Leidensgeschichte eines neuen Schiessstandes

Am 27. Mai 1970 wurde die Übernahme der Kleinkaliber-Schiessanlage beim Bürgerheim in Mogelsberg angeboten, da der dortige Verein nicht mehr weiter bestand. Es wurde eine Baukommission gegründet, um die Anlage den Sicherheitsanforderungen gerecht zu machen. Nach einem Jahr lagen Pläne und Kostenberechnungen vor. Doch die erste Ernüchterung folgte auch gleich. Die Baubewilligung wurde nicht erteilt, man musste einen neuen Standort suchen. Mit 145 Unterschriften wurde eine ausserordentliche Bürgerversammlung verlangt, doch das geltende Recht liess das Vorhaben nicht zu. Trotzdem, die Behörden stellten der Pistolensektion im Aachboden ein Baurecht in Aussicht. Als Weihnachtsgeschenk im Jahre 1971 durfte der Verein von der Gemeinde den Boden am Aachbach übernehmen, mit einem Baurecht von 50 Jahren! 1972 konnte also der erste Spatenstich getan werden. Vorher hatte die Kommission in unzähligen Sitzungen und Besprechungen die Finanzierung zu regeln versucht. So gingen einmal der Präsident und der Bauchef mit sehr gemischten Gefühlen nach Wattwil zu einer Aussprache mit dem Sport-Toto-Ressortchef, denn sie wussten ja, dass die Baubewilligung noch gar nicht im Reinen war. Wäre das erwähnt worden, so hätten wir unser Bündel wieder packen können und von vorne anfangen. Also wurde geschwiegen! Entgegen aller Ängste kam die Sache aber gut heraus. Die Geldgeber waren von der Neulösung beeindruckt, forcierten die Angelegenheit gar. In der Folge wurde der neue Schiessstand im Frondienst durch die Vereinsmitglieder in 3874 Stunden Arbeit erstellt.

 

Abschied von der alten Anlage

Am 01. Oktober 1972 fand nicht nur das Jahresendschiessen bei der alten Post in Hoffeld statt, sondern auch das Endschiessen auf dem Feldstand nach fast 30 Jahren. Der letzte Schuss wurde vom Gründer der Pistolensektion Hoffeld und zugleich Ehrenpräsident des MSV Hoffeld, Johann Forster, abgefeuert und war erst noch ein "blankes Zähni". Und dann blies der Schützenmeister zum "Ende Feuer“. Am 24. März 1973 hatte Schiessoffizier Major Ammann aus St.Gallen, die Anlage im Aachboden abgenommen. Wiederum fiel Johann Forster die Ehre zu, am 06. Mai den ersten Schuss in die Stille des Aachtales zu feuern. Die Scheibe Nr. 1 kam mit dem ersten Treffer ins Schwarze zurück, es war eine Neun, etwas kurz.

Noch waren die Arbeiten im Schützenhaus nicht fertig, unzählige Kleinarbeiten waren noch zu bewältigen. An der Hauptversammlung 1974 wurde die Bauabrechnung vorgelegt, Fr. 80'837.35, nach Abzug der Fronarbeiten waren also noch 51'570 Franken zu bezahlen. An dieser Stelle seien auch die vielen Geschenke erwähnt, welche der Pistolensektion Hoffeld zukamen. Am 24. August 1974 wurde das Schützenhaus feierlich eingeweiht und die Wochenenden darauf, am 01./07./08. September 1974, fand das Standweihschiessen statt. 260 Schützen aus 23 Sektionen sprachen der neuen Anlage durchwegs Lob aus.

Freuden und Sorgen

Während sich die Pistolenschützen an ihrer neuen Anlage erfreuen konnten, suchten bereits im Januar 1975 “ungebetene Gäste“ die Anlage heim. Zwei Tragseile und ein Zugseil wurden durchgeschnitten und zudem eine Menge Birkenholz gestohlen. Andererseits durfte die Sektion weitere Neumitglieder einschreiben, darunter auch drei Schützen aus Zürich, die in Mogelsberg jeweils ihre Wochenende verbrachten. Man befasste sich auch mit dem Gedanken, die Pistolensektion selbständig zu machen, dass heisst, sich vom Militärschützenverein Hoffeld zu trennen. Doch zu diesem Zeitpunkt überwogen die Nachteile die Vorteile, so dass man schliesslich davon absah. 1983 durfte die Sektion eine vom Präsidenten Otto Schöb gestiftete Standarte übernehmen. Das Schicksal wollte es, dass der edle Spender den Fahnenkasten auch noch beisteuern musste. Im Frühjahr 1984 hatte ein gewaltiger Sturm das Dach des neuen Schützenhauses abgedeckt. Wiederum waren viele Fronstunden nötig, um den Schaden zu reparieren. Der Schaden war allerdings durch die Versicherung gedeckt. Ein “ungebetener Gast“ meldete sich anfangs der 80-ziger Jahre, allerdings höchst offiziell. Die kantonale Steuerverwaltung wollte den Verein besteuern. Dazu eine Anmerkung des Aktuars aus dem Protokoll: “Wehret den Anfängen...“!

 

25 Meter-Schiessanlage wird aktuell

An der Hauptversammlung 1981 wurde die mehrfach diskutierte 25 Meter-Schiessanlage wieder aufgeworfen. Man war der Ansicht, diese bis spätestens 1985 verwirklichen zu können. Am 15.Januar 1983 nahm Schiessoffizier Karl Eisenring an Ort und Stelle einen Augenschein und stellte fest, dass ein Anbau östlich der heutigen 50 Meter-Anlage möglich sei. Die vorgesehene Schiessanlage definierte er genau: Standort: 728.975 / 247.500 Aachboden, Schussrichtung: Nord-West, System: Leu und Helfenstein, Anzahl: 1 Spiel mit 5 Scheiben.

Nach der Einreichung der Pläne gab der Schiessoffizier grünes Licht zum Bau. Nach über 8'500 Stunden Frondienst, wurde die erweiterte 50 Meter- und die neue 25 Meter-Anlage durch den Schiessoffizier abgenommen. Er stellte dabei fest, dass die Anlage der Pistolensektion Hoffeld die erste sei, die bei der Abnahme vollständig fertig gestellt sei. Anlässlich des 100-jährigen Jubiläums des Militärschützenvereins Hoffeld vom 06./07. September 1986, wurde auch das Standweihschiessen auf der neuen Anlage beim Aachboden durchgeführt.

 

Infrastruktur verbessert und Schützenstube erweitert

Zum 60. Geburtstag verwirklichte sich die Pistolensektion Hoffeld Mogelsberg einen Wunschtraum. Ein neues Büro, neue WC-Anlagen und die Schützenstube im Schiessstand Aachboden konnten nach über 2’000 Stunden Fronarbeit fertig gestellt werden. Durch tüchtige Handwerker aus dem eigenen Verein in Zusammenarbeit mit weiteren Kameraden, konnten die erweiterten Räumlichkeiten gemütlich ausgestattet werden. Weiters wurde das Dach um vier Meter weiter gezogen. Im hellen und neuen Eingangsbereich können die Schützen in Zukunft ihre Standblätter lösen und die Munition beziehen. Der Zutritt zur Schützenstube erfolgt durch einen direkten Gang und nicht mehr durch den Schiessstand wie bisher.

Das gesamte Bauvorhaben konnte dank Beiträgen der IG Sportverbände (Sport Toto), der politischen Gemeinde Mogelsberg, vielen grosszügigen Spenden und vor allem Dank freiwilliger Arbeitsleistung der Mitglieder realisiert werden. Das neu renovierte und erweiterte Schützenhaus gibt dem Schiesssport neuen Auftrieb, wo auch junge Mitglieder ihren Plausch haben sollen. Zudem dient die Schützenstube nicht nur dem geselligen Beisammensein, sie dient auch zum Sammeln von Ruhe und Konzentration, eine unerlässliche Voraussetzung für gute Resultate.